Burgstall Haidstein

Der Burgstall Haidstein ist eine abgegangene Burg auf dem Gipfel des Haidstein im Bereich der Wallfahrtskirche Sankt Ulrich in der Gemeinde Chamerau im Oberpfälzer Landkreis Cham in Bayern.

Ein ausführlicher Beitrage wurde auch in der Reihe "Beiträge zur Geschichte im Landkreis Cham" - 5. Band - 1988 veröffentlicht. Link zu dem PDF-Auszug.

Geschichte
Vermutlich wurde die um 1200 erwähnte Höhenburg auf dem Haidstein im 12. Jahrhundert von einem Hatto von Haitstein erbaut, der zum Geschlecht der Runtinger (Roumptinger) mit Sitz auf Burg Runding gehörte. Die Runtinger waren einfache Dienstmannen der Markgrafen von Cham und Vohburg. Die Chamamerauer, die ihren Stammsitz auf der Burg Chamerau hatten, verlegten schon früh ihren Sitz auf den nahen strategisch günstigeren Haidstein und ließen Chamerau durch Pfleger verwalten.

1467 bis 1468 wurde die Burg von Herzog Albrecht IX. zerstört. Anstelle der Burg wurde eine Kapelle mit einem seltenen romanischen Kruzifix sowie spätgotischen und barocken Figuren erbaut. Von der ehemaligen Burganlage ist nichts mehr erhalten; die Burgstelle ist heute ein Bodendenkmal.

Der Haidstein gilt als Ausgangspunkt mehrerer stammesverwandter Familien, darunter die Familie von Sparneck, die sich als Ministeriale im heutigen oberfränkischen und südthüringischen Raum niedergelassen haben.

Quelle: wikipedia.de

Bauentwicklung
Die Burg wurde im 12.Jh. bereits in ihrer Gesamtausdehnung erbaut. Dazu gehörte die Hauptburg mit Bergfried und Wohnbau und der ab 1366 belegten Kapelle, die Innere Vorburg mit der Zisterne und die geräumige Äußere Vorburg. Die Gesamtanlage weist durchgängig die Tendenz zu einer bemerkenswert regelmäßigen Grundrissgestaltung auf. Spätere Umbauten bzw. Verstärkungen sind kaum nachweisbar. Lediglich an der Ringmauer der Inneren Vorburg bestanden zwei Rund-/ Halbrundtürme, deren Entstehungszeit offen ist. Man verließ sich also weitgehend auf die abgelegene, von Natur aus gut gesicherte Lage. Der Verfall der Burg setzte im 16. Jh. ein, doch waren im 19. Jh. noch umfangreiche Reste des Bergfrieds und des Tores der Äußeren Vorburg erhalten, doch sind auch diese mittlerweile weitgehend verschwunden. 1656/57 wurde die Kapelle wiederhergestellt und und 1718/19 erweitert.

Baubeschreibung
BurganlageDie Burg gliedert sich in eine Hauptburg und zwei Vorburgen. Erstere nimmt das ringsum von steilen Felsen begrenzte Gipfelplateau von ca. 55 x 20 m ein. Im Nordwesten wird der Zugang vom Gipfelfels, der den Bergfried trug, gedeckt. Im Südosten sorgte ein in den Fels geschlagener Halsgraben von 10 m Breite und 7 m Tiefe für ausreichend Schutz. Von der Ringmauer sind nur im Osten Reste erkennbar. Den Südostteil des Gipfelfelsens nimmt die St. Ulrichskapelle ein. Der flachgedeckte Saal mit trapezoidem Chor ist das Ergebnis einer Wiederherstellung 1656/57 und einer Erweiterung nach Westen 1718/19. Bei Grabungen 1987 konnten auf der Nordostseite der Kapelle Mauerzüge festgestellt werden, die auf eine ursprünglich gänzlich andere, querrechteckige Gestaltung des Baus hinwiesen. Möglichweise hat es sich dabei ursprünglich um ein Wohngebäude gehandelt. Etwas unterhalb liegt im Nordosten die Innere Vorburg von ca. 49 x 10 m. Sie war offenbar über einen Torturm zugänglich. Erhaltene Fundamente weisen Stärken bis 2,4 m auf. Eine Geländeausbuchtung nach Nordosten und ein Felsturm an der Ostecke dürften auf Rundtürme hinweisen. In der Mitte liegt eine ca. 5 x 10 m messende, 3 m tiefe Grube, der Versturztrichter der Zisterne. Nochmals einige Meter tiefer liegt die L-förmige Äußere Vorburg von ca. 80 x 14/19 m. Hier ist insbesondere der Verlauf der 1,2-1,8 m starken Ringmauer noch gut erkennbar. Im Südosten liegt zwischen zwei Felsen das Haupttor, dessen Torwangen teils noch mehrere Lagen aufgehendes Mauerwerk erkennen lassen. Auf die Anlage eines Grabens um die Vorburg war verzichtet worden.

Quelle und weitere Informationen: Ebidat